Freitag, 8. Juni 2012

Mein Weg zum 'Tao der Zustimmung' (2)

Im meinem letzten Beitrag über meinen "Weg zum Tao der Zustimmung" schrieb ich ja bereits über verschiedene grundlegende Richtungen der Persönlichkeitsentwicklung, also über Methoden mit welchen
  • man sich tiefgründig und zustimmend dem eigenen Innenleben zuwendet,
  • oder man akzeptierend und bejahend die eigenen Gefühle auf körperlicher Ebene fühlt,
  • oder in welchen es um die pure Zustimmung geht (siehe Ansatz von 'Bill Ferguson'). 

Im Jahre 2008, als ich mich noch intensiv mit Bill Ferguson's Ansatz beschäftigte, hatte ich bereits erste Kontakte mit Joel Weser:
Vor etwa 17 Jahren hatte ich mal für ganz kurze Zeit Bekanntschaft mit dem Kampfsport 'KiJutsu' gemacht (eine kurze Erklärung findet man hier). Damals war ich fasziniert, jedoch war mir das Ganze auch sehr suspekt, so dass ich es schließlich nicht mehr weiter verfolgte.
Viele Jahre später, und nach einem Umzug, suchte ich im Internet mal wieder nach Möglichkeiten, vielleicht doch wieder KiJutsu zu praktizieren. Leider wird das nur im Stuttgarter Raum und in Ulm regelmäßig angeboten, so dass sich mir keine Einstiegsmöglichkeit bot.
Allerdings stieß ich durch meine Recherchen auf Joel, der Ki-Übungen für die Selbsterfahrung weiterentwickelt hatte. Es dauerte dann nochmals längere Zeit, bis ich dann endlich, zusammen mit meiner Lebensgefährtin ein erstes Seminar bei ihm machte.

Das Odenwald-Institut, in dem das Seminar mit Joel stattfand, kannte ich schon  von früher....
Ich wusste, dass es vor dem Beginn des Seminars immer eine kurze Vorstellung des Instituts durch eine der Mitarbeiterinnen gab. Das war auch diesmal so.
Und ich wusste, dass diese Mitarbeiterin dann irgendwann einmal sagen würde, dass wir bestimmte Aufgaben wie "Tisch decken und abdecken", "Frühstück und Abendessen machen" usw. in der Gruppe selbst durchführen mussten. (Lediglich das Mittagessen wird angeliefert.) Die Mitarbeiterin würde uns eine Liste geben, in welche sich jeder für mehrere Aufgaben würde eintragen müssen..... - Doch dies war diesmal anders. Die Mitarbeiterin fragte etwas unsicher: "Das mit der Liste machst du dann?" und Joel antwortete: "Ja, darum kümmere ich mich." - Als die Mitarbeiterin des Instituts dann gegangen war, war sagte Joel: "Eigentlich müsste ich euch jetzt sagen, dass sich jeder für bestimmte Aufgaben in die Liste eintragen soll. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, wenn jeder genau hinspürt, wann es wichtig für ihn ist etwas zu tun, und wann es angesagt ist, nichts zu tun, dann erledigt sich das wie von selbst."
Dabei wirkte Joel total locker.... und zugleich total anwesend, total präsent. So etwas hatte ich in dieser Form noch nie gesehen.
Sein Vertrauen in den Fluss des Lebens, aber insbesondere seine besondere Präsenz imponierten mir total. Ich wusste damals sofort, dass ich hier richtig war.

In diesem Seminar machten wir hauptsächlich die in meinem Blog bereits beschriebenen Körper-Übungen (siehe 'Körperlicher Druck, Abwehr und Zustimmung' und "Löst Zustimmung tatsächlich Probleme?"). Dabei geht es darum, mit Entspannung, Zustimmung oder einer anderen Art der PrEssens auch mit schwierigen körperlichen Situationen umzugehen.
Diese Körperübungen brachten für mich die 'Zustimmung' nochmals auf eine andere Ebene, da sich in diesen Übungen zeigt, dass 'Zustimmung" nicht nur ein esoterisches Geschwafel ist, sondern wirklich auch real in körperlichen Begegnungen wirkt.

Mitte 2009 machte ich dann mein zweites Seminar bei Joel - und Anfang 2010 begann ich bei ihm eine regelmäßige Gruppe in Form einer 'Ausbildung zum K!KG-Trainer'.
Hier lernte ich auch noch die Innen-Raum-Reisen kennen. Im Unterschied zu den anderen Methoden des 'Gefühle fühlens' versucht man bei den Innen-Raum-Reisen nicht vorrangig, bei einem Gefühl zu bleiben (um dies zu Ende zu fühlen) - sondern man nimmt einfach nur das wahr, was gerade ist, was sich gerade entfalten will..... und setzt sich mitten in sein Problem, mitten in seine Gefühle, mitten in das was-gerade-ist hinein.... und hält sich dem ganz hin. Mit einem 'Ja' zu dem, was gerade im Vordergrund ist.
In dieser Ausbildung lernte ich auch, Gefühle systemisch zu betrachten - sie mir also nicht zu eigen zu machen, sondern dafür offen zu bleiben, dass ich sie vielleicht von anderen Menschen, von meinen Vorfahren oder meiner Herkunftsfamilie übernommen haben könnte und dass ich jedes meiner Gefühle mit einer Vielzahl anderer Menschen gemeinsam habe.... (Diese Sichtweise empfinde ich als höchst vorteilhaft, jedoch mag ich sie im Rahmen dieses Beitrags jetzt nicht so ausführlich erläutern.)

Jede dieser im ersten Beitrag und hier beschriebenen Wachstums-Richtungen hat für mich eine ganz eigene Qualität und fühlt sich für mich anders als die anderen Ansätze an. So ist es beispielsweise ein Unterschied für mich, während einer Innen-Raum Reise in die Zustimmung gehe, oder 'Zustimmung pur' zu betreiben, wie ich es auf der Internetseite von Bill Ferguson gelernt habe.

Freitag, 18. Mai 2012

Mein Weg zum 'Tao der Zustimmung' (1)

In diesem Beitrag möchte ich beschreiben, wie ich zu dem hier in meinem Blog beschriebenen Weg der Zustimmung gekommen bin.

Als ich vor vielen, vielen Jahren in die Psychotherapie eingestiegen bin, hatte ich zunächst mit dem Gegenteil von Zustimmung zu tun. Damals suchte ich mir eine Therapeutin, welche die körperorientierte Therapieform "Bioenergetischer Analyse" (Bioenergetik nach Alexander Lowen) anbot. Bei dieser Methode wird davon ausgegangen, dass körperliche Verspannungen der Abwehr verdrängter Gefühle dient (was meiner Ansicht nach auch völlig richtig ist). Daraus wird dann gefolgert, dass man die unterdrückten Gefühle befreien (und somit bearbeiten kann), indem der körperliche Widerstand und die körperliche Abwehr mit Hilfe von Körperübungen solange gestresst wird, bis der Körper die Spannung nicht mehr halten kann, der Widerstand zusammenbricht und das Gefühl hervorbricht. - Dies hat leider bei mir nicht viel geholfen, da ich ein Mensch bin, der auf Druck mit noch mehr Widerstand reagiert und der auch unangenehme Situationen ewig lange halten kann.....

Nach 2,5 Jahren Bioenergetik erfuhr ich dann von der HAKOMI-Psychotherapie.
Hier wird der Widerstand vom Therapeuten nicht bekämpft, sondern im Gegenteil sogar als etwas sinnvolles und dazugehörendes vom Therapeuten unterstützt. Erst wenn sich das Unbewusste in der Therapie wirklich sicher fühlt, kann es den Widerstand und die Abwehr aufgeben, und die empfindlichsten Informationen und Gefühle wirklich auftauchen lassen.
Aufgrund meiner Erfahrungen leuchtete mir dies sehr ein, so dass ich schließlich wechselte.... und somit erste Erfahrungen damit machte, dass sich etwas nur dann wandeln kann, wenn es (zunächst) einmal da sein darf.

Während meiner Hakomi-Therapie lernte ich dann irgendwann auch 'Focusing' als Selbsthilfemethode kennen (siehe auch "Focusing - meine Erfahrungen damit"). Es gab schon damals neben meiner Therapie immer wieder Zeiten, in denen ich Focusing praktizierte. 
Auch im Focusing ist es wichtig, alles in einem selbst genau so zu nehmen, wie es ist.

Lediglich der 'Innere Kritiker' (oder der 'Innere Antreiber') wurde im ursprünglichen Focusing zunächst als etwas angesehen, was bekämpft und zum Schweigen gebracht werden muss, damit der Prozess nicht gestört wird.  - Erst später durch den Focusing-Dialekt von 'Ann Weiser Cornell' (siehe "Der Stimme des Körpers folgen") kam dann die Einsicht, dass auch der 'Innere Kritiker' eine gute Absicht hat (und er wahrscheinlich damals in der Kindheit auch nur dem Überleben diente), und man sich den Kritiker ebenso akzeptierend zuwenden sollte. (Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass hinter dem Inneren Kritiker meist eine Angst steckt und man den Kritiker in der Focusing-Sitzung fragen kann, wovor er sich fürchtet.)

Während und nach meiner Therapie zogen mich immer die verschiedensten Bücher an, in denen es um Selbstliebe, Selbstakzeptanz und darum ging, alles in sich selbst anzunehmen.... Ich wollte mehr darüber erfahren, wissen wie es geht, wie ich es anwenden kann.

Nach einem Umzug beendete ich dann meine Einzeltherapie und meine Workshop-Besuche
und beschäftige mich seither mit Selbsthilfemethoden und mit Möglichkeiten, mich selbst zu begleiten.
Dabei suchte ich nach den verschiedensten Ansätzen - Focusing, sowie einige Weiterentwicklungen von Focusing waren nur einige davon.

Schließlich lernte ich die 'Körperzentrierte Herzensarbeit' und später die 'Transformations­therapie' (und auch hier wieder einige ähnliche Methoden) kennen, bei welchen es um das akzeptierende und bejahende körperliche  Fühlen der  eigenen Gefühle geht.

Inzwischen war mir schon sehr klar, wie Akzeptanz und Selbstakzeptanz nutzbringend angewandt werden kann,
jedoch machte meine Wissen und meine praktische Erfahrung noch einmal einen großen Sprung, als ich die Internetseite von 'Bill Ferguson' kennenlernte, über den ich ja hier im Blog bereits in vielen Beiträgen schrieb. Von ihm lernte ich theoretisch und praktisch, wie hilfreich es ist, nicht nur den eigenen Gefühlen, sondern auch Sachverhalten, also äußerlichen (vielleicht unangenehmen) Bedingungen, zuzustimmen.
(Ja, es kann sogar sinnvoll sein, nicht nur den äußerlichen Bedingungen zuzustimmen, die bereits eingetreten sind - sondern sogar dem Eintritt eines zukünftigen Ereignisses zuzustimmen, dessen Eintreten man befürchtet.... z.B. den Partner oder die Arbeit zu verlieren.....
Dieses Zustimmung bedeutet ja nicht, dass ich dieses unerwünschte Ereignis haben will - sondern echte Zustimmung hilft, aus Angst und Tunnelblick auszusteigen..... und innerlich frei zu werden.... (um dann in einem zweiten Schritt auch schauen zu können, ob und wie man das Ganze aus dieser Inneren Freiheit heraus vielleicht im eigenen Sinne gestalten kann.....))


..... (Fortsetzung folgt) .....