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Sonntag, 12. Mai 2013

Nähe-Thema geheilt (?)

Eigentlich hatte ich schon seit längerem immer wieder daran gedacht, hier in meinem Blog zuschreiben. - Es gibt einiges zu berichten.
Zum Beispiel über ganz wunderbaren Erlebnissen im Abschluss-Block der KiKG- Ausbildungs-Gruppe. Hier konnte ich das, was ich in meinen letzten Beiträgen über das Nähe-Thema beschrieb noch steigern.

Besonders eindrucksvoll war die Nähe-Übung am Schluss:
Eine Person macht die Übung. Ihr stehen mehrere andere Personen gegenüber.
Die Aufgabe der einzelnen Person ist es nun, andere einzuladen, zu ihm auf seine Seite herüber zu kommen. Dabei soll die Einladung so geschehen, dass die Anderen wirklich kommen wollen! Die Anderen sollten genau in sich hineinspüren und sich nur und nur so bewegen, wie sie sich wirklich angezogen fühlen!
Die Einladung geschieht einzeln. Man sieht eine Person an, lädt sie durch einladende Blicke, durch einladende Gesten und vor allem durch das schlichte Wort "Komm!" ein, 


Vor einem Jahr machten wir diese Übung schon einmal. Damals wurde mein Nähe-Thema so sehr angeschnitten, dass ich hinterher total fertig war, mich regelrecht in mein altes Nähe-Trauma hineingeworfen fühlte. - Meine Lebensgefährtin beschrieb mich damals, als ich am Abend mit ihr telefonierte, regelrecht als traumatisiert. Ich war mehrere Tage ziemlich daneben und ich hatte mir damals direkt nach dem Gruppenwochenende an der Bettkante total das Schienbein aufgeschlagen, obwohl ich mich normalerweise nie irgendwo anschlage oder verletze.


Nunja, diesmal machten wir drei Gruppen zu je 4-5 Personen. In unserer Gruppe waren wir 3 Männer und 2 Frauen. Aus zeitlichen Gründen war klar, dass nicht alle drankommen können.
Bei uns in der Gruppe schien niemand so richtig Lust zu haben und ich wurde gefragt, ob ich nicht anfangen wolle. Ich kokettierte erst etwas herum....  Aber ich merkte: "Ich will diese Übung machen!"
Somit hörte ich auf zu kokettierten, und sagte: "Okay, ich fange an!" - Ich wollte auf keinen Fall das Risiko eingehen, andere anfangen zu lassen und dann vielleicht garnicht mehr dranzukommen.

Ich muss dazu sagen, dass ich mich ja bei dem Bíodanza-Festival schon total darauf eingelassen habe, mich einfach in das Hineinbegeben, was ist..... und geschehen lassen was passiert.....
Und genau dieses sich-auf-das-was-geschieht-ganz-einlassen haben wir in diesem Gruppenwochenende weiter geübt und jetzt am letzten Tag nochmals total auf den Punkt gebracht.

Ich war total gespannt darauf, mich genau in dieses "sich-auf-das-was-geschieht-ganz-einlassen" mitten hineinzubegeben.
Immer wieder zu mir gehend!
Mich immer wieder total weit machend!
Präsent sein!
Spürend!
Warten bis ein Impuls in mir aufsteigt.... und diesem dann folgen!

Es hat eine Weile gedauert, bis ich den klaren Impuls hatte, bei welchem von meinen 4 Gegenüber ich anfangen werde. (Auch diese Warte-Zeit musste ich aushalten.)
Ich fing bei einem Mann an, der mir besonders sympathisch ist. Der jedoch reagierte relativ zäh.... und machte es mir wahrlich nicht leicht. - Doch in der innerlichen Haltung in der ich war, war dies alles in Ordnung!
Schließlich kam er dann, nach mehreren Versuchen, nur stückchenweise und nur etwas näher.
Schließlich ließ ich von ihm ab, obwohl er noch nicht ganz auf meiner Seite war.

Bei einer Teilnehmerin ging es dann relativ einfach. Sie kam bei meinem zweiten "Komm" gleich ganz auf meine Seite - fühlte sich eingeladen durch ein Lächeln, welches als ein spontaner Impuls in mir aufgestiegen war.

Bei einer weiteren Teilnehmerin ging es auch nur langsam, obwohl ich zum Schluss sogar einladend eine Hand ausstreckte, wollte sie nicht ganz auf meine Seite kommen.

Der vierte schließlich bewegte sich überhaupt nicht. Er steckte total in einem anderen Thema, wie sich dann anschließend zeigte.

Irgendwann merkte ich, dass sich nun nichts mehr bewegen wollte und es Zeit war die Übung zu beenden.


In der Vergangenheit war dieses "auf jemanden zugehen.... in Ungewissheit, ob ich auf Ablehnung stoße oder nicht" und "mich gleichzeitig dabei für den anderen zu öffnen" total undenkbar gewesen.


Bert Hellinger nennt dieses Nähe-Trauma die "Unterbrochene Hinbewegung" (hier ein Link auf alle meine Beiträge zur 'Unterbrochenen Hinbewegung') - und diese war wirklich extrem bei mir ausgeprägt. Als ich zum ersten Mal eine Beschreibung der "Unterbrochene Hinbewegung" hörte, war ich schon allein dadurch total aus der Bahn beworfen und hatte Tränen in den Augen.

Aber gut, dass ich nicht an dieser "Diagnose" kleben geblieben bin.
Und auch nicht an dem Heilungsweg, der durch Bert Hellinger beschrieben wird....(obwohl dies sicher ein funktionierender Weg ist).
Ich glaube, echte oder auch eingebildete Diagnosen machen eine Heilung oft sehr schwer oder sogar unmöglich - sofern man nicht bereit ist, sie hinter sich zu lassen.

Jedenfalls geschah meine Heilung durch die vielen Nähe-Übungen im Biodanza - auf die Art und Weise, wie ich mich darauf einlassen konnte -  wie ich damit experimentierte.
Der Hauptanteil der Heilung liegt jedoch sicherlich an der Begegnung mit einigen total offenen Fortgeschrittenen-Biodanza-Leuten, wie diese mit total offen und unvoreingenommenen angeschaut hatten, was sehr heilend auf mich wirkte!
Und es wäre nicht gelungen ohne die Unterstützung von all dem, was ich durch das KiKG kennengelernt hatte - denn es gab auf  dem Weg ja mehrere Krisen, welche ich mit Hilfe meines 'Handwerkzeugs' gut bewältigen konnte....


Dass dieses Thema nun geheilt ist, klingt vielleicht schon fast übertrieben - aber es hat sich Schritt für Schritt auf diesem Gebiet tatsächlich viel verändert.... und dass ich die Übung, die mich vor einem Jahr noch traumatisiert, hatte diesmal so offen durchleben konnte... war so eine Art positiver Abschluss.

Natürlich ist es weiterhin nicht leicht, sich zu öffnen, hierdurch auch verletzlich zu sein, und auf jemanden zuzugehen - aber dies gehört zum normalen Menschsein, dem jeder Mensch sich stellen muss.

Freitag, 18. Januar 2013

Thema 'Nähe' geht weiter

Ich darf ja jetzt an der fortgeschrittenen fortlaufenden Biodanza-Gruppe teilnehmen. Diese Woche war das erste Mal.
Und bei diesem ersten Termin war gleichzeitig Gelegenheit, in die Gruppe reinzuschnuppern.

Leider war es (für mich) unerwarteter Weise nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte:
Es waren nämlich mehr Männer als Frauen anwesend. Teilweise lag das im Wetter, aber es lag auch daran, dass ein paar Frauen für diese 10 Abende pausieren wollten.... Und es lag daran, dass nun außer mir noch 2 neue Männer in den Kurs reinschnupperten.  (Wir waren diesmal 7 Männer und (einschließlich Kursleiterin) 5 Frauen).

Ich merkte, dass mir das zunächst nicht so gefiel.... doch dann war für mich klar: "Das ist mein Kurs! Ich möchte die positiven Erfahrungen fortsetzen, die meinen Körper und all seine Zellen einzeln öffneten....."

Auch diesmal hatte ich wieder eine Erfahrung mit dem "unvoreingenommenen Blick", ähnlich wie ich es auch bereits unter "Phönix-Nähe (Session I)" beschrieb:
Ja, da war eine Teilnehmerin welche ich noch nicht kannte, und welche ich hier jetzt der Einfachheit halber Y. nennen möchte. Diese Y. sah mich im Anfangskreis (und danach auch immer wieder) sehr freundlich, lächelnd, offen und völlig unvoreingenommen an - ähnlich wie mich auch unsere Kursleiterin immer ansieht..
Ich halte das ja garnicht lange aus, und schaue dann wieder weg.

Ich selbst blicke in solchen Situationen wahrscheinlich eher angespannt, verschlossen - ja vielleicht sogar unfreundlich drein..... einfach aus einem innerlichen Stress heraus, der bei derartigem Kontakt in mir entsteht.
In solchen Situationen finde ich es dann total wohltuend, wenn mein Gegenüber dann nicht ebenfalls zumacht... und unfreundlich oder vielleicht sogar ablehnend drein schaut - sondern wenn mein Gegenüber mich weiterhin offen und "unvoreingenommen" (ich kann das einfach nicht anderns nennen, dieser Begriff trifft es für mich total) zu mir blickt.

Die Blicke treffen sich ja immer mehrmals. Entweder schaue ich, nachdem ich dem Blickkontakt ausgewichen bin dann doch nochmals hin. Oder die Blicke treffen sich später nochmals. - Jedenfalls hatte das mit dem Blickkontakt eine total öffnende Wirkung auf mich, ich fühle mich dadurch so wie ich bin (also auch mit meinem Nähe-Thema) total willkommen.


Mit etwas Verspätung kam dann eine Teilnehmerin, welche ich schon kannte. Sie war an dem Wochenend-Kurs dabei, und ich kannte sie vorher schon aus dem ersten Anfängerkurs, welcher dann nach dem ersten Termin mangels Teilnehmer ausfiel. (Ich nenne sie jetzt der Einfachheit halber mal Z.)
Diese Z. kam aufgrund starker Schneefälle zu spät. Sie begrüßte ganz freudvoll eine andere Teilnehmerin, welche sie seit 10 Jahren nicht mehr gesehen hatte. - Dann umarmte sie noch ein paar andere Teilnehmer, die dort dann in ihrer Nähe standen.

Ich stand ganz auf der anderen Seite des Raum, aber war dann unsicher, ob ich auch hingehen und sie umarmen sollte..... und ich war irgendwie auch unsicher, weil sie nicht 'freiwillig' zu mir kam, obwohl wir doch am Wochenendkurs viel miteinander gemacht hatten.

Diese Unsicherheit, und ein komisches Gefühl ihr gegenüber, war dann den ganzen Kurs über bei mir da. (Sie ist übrigens eine wirklich 'flotte' Frau, während die anderen in dem Kurs schon eher älter als ich wirken.)


Ähnlich wie bei dem Wochenend-Kurs gab es an diesem Abend sehr viele Tänze (ich nenne das glaube ich lieber "Übungen"), welche etwas mit Begegnung oder Nähe zu tun hatten. Aber diesmal gab es auch ausdrücklich die Ansage, zu schauen, wann (und mit wem) man sich wie viel einlassen will und kann - und wann (und mit wem) eher weniger.

Ich merkte das, wenn jemand wirklich offen auf mich zuging, ich auch innerlich in die Offenheit gehen konnte.... und dann tatsächlich schauen konnte, wieviel jeweils maximal für mich möglich war. (Dies gilt sowohl für Begegnungen mit Frauen, als auch für Begegnungen mit Männern, wobei ich mich bei den Frauen schon enger auf Kontakte eingelassen habe.)


Mit Y. hatte ich einen sehr schönen Tanz. Es war ein sehr feines ausloten, was jetzt gerade geht - und was nicht geht, auf welche Art der Andere jetzt tanzen will, und auf welche nicht.....
Mir war es da sehr wichtig, dass meine Signale beachtet wurden.... und als ich merkte, dass es so war, da konnte ich mich auch wirklich sehr schön auf den Kontakt einlassen.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie nun zu wenig in den gemeinsamen Tanz einbringt.... Ich wollte, das es etwas ist, das von uns beiden gemeinsam gestaltet und für beide in Ordnung ist.... Doch dann kam doch wieder was von ihr, und ich empfand es dann doch wieder als etwas sehr gemeinsames.

Viele Tänze später kamen wir dann nochmals zusammen. - Es war nach einigen "Übungen" bei denen man dann nochmals sehr tief in offenen Kontakt mit sich selbst gekommen ist.
Ich sah, wie andere teilweise eng-umschlungen tanzten.
Wieder war es dann so ein Versuchen meinerseits, ein ausprobieren, was jetzt stimmig ist und was nicht:
Jedenfalls merkte ich dann, dass es passte immer näher und näher an sie heranzugehen.... bis wir schließlich auch eng umschlungen tanzten.Dies war nicht mein 'Plan' gewesen. Es hatte sich einfach aus der Situation heraus so entwickelt.
Ich fand es sehr schön, weil ich, nach allem was da vorher war, sehr offen dabei-sein konnte!
(Nach dem Tanz bedankte sie sich dann bei mir - und ich bedankte mich auch.)


Insgesamt kann ich sagen, dass manchmal, wenn es viele Nähe-Übungen bzw. Gelegenheiten hintereinander gab, mir das schon fast zuviel wurde. Es war oft so an der Grenze..... und es war dann gleichzeitig doch noch ein Ausprobieren, ob ich trotzdem noch offen bleiben..... und mich nochmals für den Anderen öffnen kann.....


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Irgendwie bin ich sehr dankbar, einen Weg gefunden zu haben, der..... ja......  hoffentlich sogar mein großes Nähe-Trauma heilen kann.

Ich schrieb ja immer wieder darüber, und auch darüber, dass bei mir seeehr vieles mit dem übereinstimmt, was Bert Hellinger die "Unterbrochene Hinbewegung" nennt.  (Hier mein eher theoretischer Beitrag zur Unterbrochenen Hinbewegung).

Ich hatte jedoch bisher viiieeel zu große innerliche Widerstände dagegen, wirklich durch all diese Gefühle hindurchzugehen....

Joel sagte mir auch, dass ich auch im täglichen Leben daran arbeiten kann, indem ich beobachte, wann ich wieder flüchten will.... und mich dann immer wieder zu entscheide, noch ein bisschen mehr zu bleiben....... um zu schauen, was dann passiert....

Hier scheint es nun eine gute Möglichkeit zu geben, mit diesem 'Bleiben' zu experimentieren,
und gleichzeitig scheint es hier den idealen Nährboden sogar für noch eine andere Art von Heilung zu geben! -   Hoffe ich!

Sonntag, 6. Januar 2013

Nähe-Session II

In der Pause gingen einige einen Kaffee trinken. Andere legten sich auf eine Decke oder Matratze.
Ich wollte für mich sein und wieder ganz zu mir kommen, setzte mich mit einer Decke an die Wand, blätterte in ein paar Seminarausschreibungen und ließ alles nochmals in mir nachklingen....


Im Start-Kreis gesellte sich dann die aufdringliche Frau neben mich, so dass ich sie dann an der Hand halten musste. Dies war unangenehm, weil ihre Hand irgendwie kalt und glitschig war. - Ich befürchtete schon, sie würde jetzt ständig versuchen, mit mir irgendetwas zu machen (bei zweier-Übungen hätte ich dies ja vermeiden können, bei dreier- oder vierer-Übungen ist das jedoch nicht immer möglich) aber sie blieb mir dann fern.


Am Anfang der Session (als es dann darum ging, durchs Leben zu gehen) fühlte ich mich sehr gut und stark. Ich empfand es auch als stärkend, der einen Frau gegenüber ganz klar meine Grenzen gewahrt zu haben. Es fühlte sich im Körper stark und gut an - und ich merkte, dass ich gut bei mir war.

Ich bemerkte jedoch auch, was mich sehr schnell herausbrachte und von mir wegbrachte: Dies geschah nämlich jedes Mal, wenn ich mit jemandem Blickkontakt aufnahm, insbesondere, wenn dieser nicht nur flüchtig sondern länger andauernd war.


Die Öffnung für Nähe wuchs bei mir jedoch ständig....

Dann sollte man sich jedoch für einen "nähe-vollen Tanz zu dritt" zwei Partner suchen. Da hatte ich nicht dem Mut, als dritter Mann auf zwei Frauen zuzugehen, die sich bereits gefunden hatten. (Auf jemanden zuzugehen ist ja für mich das allerschlimmste. Dies macht mir noch mehr Stress, als Nähe zuzulassen.)

So kamen wir für diese Übung als drei Männer zusammen.
Diese Übung war dann körperlich doch nicht so eng, aber irgendwie trotzdem stimmig und angenehm.

Bei der nächsten Übung zu dritt war dann mein Mut gestiegen - und ich ging dann doch auf eine Frau zu, und wir machten dass dann zu dritt.
Nachdem es in der ersten Session eher um das Feuer ging, ging es nun um den Aufstieg.
Und so war das jetzt auch die Aufstiegs-Übung, die dann doch zu einer intensiven innerlichen Öffnung führte. Wobei diese Aussage jetzt total untertrieben ist - denn es war wirklich sehr schön.


Als wir dann nach diesem Erlebnis neu durch den Raum gingen, da hat jeder jeden umarmt - und ich jetzt auch wirklich offen und innerlich frei dafür war.
Allerdings brauchte ich dann zwischendrin doch eine Pause für mich.
Irgendwann sah ich dann die aufdringliche Frau sich in meine Nähe zu bewegen. Aus diesem positiven innerlichen Gefühl heraus dachte ich daran, sie auch kurz zu umarmen. Sie was diesmal jedoch nicht so aufdringlich, und fasste mich nur an den Händen. Ich ging dann in eine kurze Umarmung. Sie bedankte sich hierfür anschließend mit einer kurzen Verneigung, wobei sie ihre Hand auf ihr Herz legte.

Hier ging ich nun sogar auf eine Frau zu, die mir eigentlich sehr gut gefiel, die mir aber immer aus dem Weg gegangen war und sogar Blickkontakt vermieden hatte.
Ich wollte ihr keine Umarmung aufdrängen, dachte jedoch, ich biete ihr eine Hand an, und wir gehen so weit, wie es für beide möglich ist.
So waren wir dann einige Zeit mit diesem Ein-Hand-Kontakt zusammen. Und ich fand es schön, dass ich so problemlos hatte auf sie zugehen können..... und dass doch nichts sein oder erzwungen werden musste... (Das ist Begegnung, wie ich finde.)


Jetzt zuhause - nachträglich - und wieder für mich alleine - findet wieder eine gewisse Verhärtung in mir statt.

Mir fällte gerade ein, dass ich ganz allgemein darauf achte, gut für mich zu sorgen.

Samstag, 5. Januar 2013

Phönix-Nähe (Session I)

Dieses Wochenende besuche ich einen Bíodanza-Workshop, in welchem es um den Archetypen des Phöníx geht.

Ich selbst besuche die Bíodanza-Kurse jedoch garnicht so sehr wegen des jeweiligen Themas (obwohl dieses diesmal wirklich sehr interessant ist!), sonder weil in den Bíodanza-Kursen sehr viel Nähe gelebt wird....
Nähe ist ja ein Thema, mit welchem ich sehr meine Schwierigkeiten habe, ja eigentlich schon ein Trauma, welches Bert Hellinger "Unterbrochene Hinbewegung" nennt. (Link zu allen meinen Beiträgen zur Unterbrochenen Hinbewegung.)

Laut  Bíodanza-Theorie soll diese Methode ja Probleme mit Nähe beseitigen. (Ob dies stimmt, werde ich noch sehen. Für mich jedenfalls bewegt sich diese Methode außerhalb meiner bisherigen psychologischen Welterklärungs-Modelle.)
Was diese Kurse mir jedoch in jedem Fall ermöglichen ist, mich meinem Thema 'Nähe' zu stellen, damit zu experimentieren, damit zu spielen, zu schauen was da in mir vorgeht und was dabei passiert......(Auch fühle ich mich nach den Kursen meist gut und tiefer bei mir(!), was will ich also mehr.)


Jedenfalls waren wir insgesamt 12 Teilnehmer (6 Männer und 6 Frauen). Viele waren auch von außerhalb angereist, drei oder vier der Teilnehmer hatten sogar selbst schon eine Ausbildung zur(zum) Bíodanza-Leiter(in) gemacht. Wir machten heute zwei Sessions, welche jeweils etwa 2:15 h dauerten, mit einer Stunde Pause dazwischen.


Ich war relativ früh vor dem Kurs schon in dem Raum anwesend, so dass ich miterlebte wie nach und nach die Teilnehmer eintrudelten.
Viele Teilnehmer kannten sich schon, fielen sich gleich um den Hals und gaben sich teilweise Küsschen. Ich fühlte mich dabei irgendwie unwohl, da ich noch niemanden kannte.

Dann kam eine Teilnehmerin, welche ich aus dem ersten Anfänger-Kurs kannte (der mangels Teilnehmer nur an einem Abend stattfand.) Damals hatte ich diese Teilnehmerin ganz nett gefunden und hatte dann mehrmals eine Partner-Übung mit ihr gemacht.

Ich sagte "Hallo" und war mir zunächst nicht sicher, ob sie mich erkannte.
Dann setzte sie sich jedoch neben mich und hat mich gleich umarmt und sich mit mir unterhalten.

Beim Bíodanza werden ja mehrere Tänze gemacht. Diese Tänze werden einerseits auf das Seminar-Thema (in diesem Fall also dem Archetypen des Phöníx) abgestimmt. Adererseits gibt es jedoch auch bestimmte Aspekte im Ablauf der Tänze innerhalb einer Session, welche unabhängig vom jeweiligen Thema sind. - In jeder Session ist es jedoch so, dass man teilweise für sich alleine tanzt, häufig jedoch zu zweit und manchmal auch zu mehreren.

Jedenfalls stand diese Teilnehmerin bei den Tänzen/Übungen zu zweit dann oft zufällig neben mir, so dass wir dann mehrmals etwas zusammen machten.

Die Fortgeschrittenen gehen da ganz andern mit Nähe um, als wir es noch im Anfänger-Kurs taten....
Jedenfalls machte ich eine Übung mit dieser Teilnehmerin und sah, wie andere sich dabei dann gleich umarmten. Sie ging dann bei der einen Übung ebenfalls mehrmals offen und mit offenen Armen auf mich zu und umarmte mich.....  und ich merkte schon, dass mich dies anspannte und stresste obwohl ich sie ja sympathisch fand..... und ich mir ja auch wünsche, dass Frauen Nähe zu mir haben wollen.


Adríana, die Kursleiterin, schaut mich ja immer total offen, freundlich und total unvoreingenommen an, so dass ich es oft kaum aushalten kann. - Eine Teilnehmerin, welche Bíodanza-Kurse in Innsbruck leitet, sah mich schon von Anfang an genauso an. Auch mit ihr hat es mit der gegenseitigen Nähe gut geklappt.


Für mich hat es nicht nur etwas angenehmen sondern auch schon etwas heilendes, wenn ich merke, dass ich mit meinem Nähe-Wunsch nicht auf Ablehnung stoße.

Irgendwie wuchs mein Nähe-Level während dieser Session auch mehr und mehr an.
Wenn es etwas gab, was intimer zu werden drohte, dann versuchte ich, die Frau die ich schon kannte, oder die Frau aus Innsbruck zu wählen, da hier irgendwie unkomplizierter Kontakt möglich war.
So ziemlich gegen Schluss konnte ich dann bei der Frau die ich schon kannte doch etwas mehr Nähe zulassen. Bei diesem Tanz tanzten dann viele eng umschlungen. Ich versuchte dies dann auch, und sie war einverstanden.... und wechselte dann sogar nach kurzer Zeit die Seite, so dass wir dann Herz an Herz tanzten. Ich merkte, dass ich da innerlich schon noch etwas angespannt war, mich jedoch auch einlassen und spüren konnte.... Nach einer Weile ging sie dann jedoch aus dem eng umschlungenen Tanz heraus, so dass wir uns dann nur noch an den Händen hielten.


Wir sollten dann wechseln und ich kam an eine Frau, mit der ich nicht so engen Kontakt wollte.
Hand an Hand war okay. Teilweise ein bisschen näher auch - aber sie wollte dann auch eng tanzen.... und versuchte es immer wieder, obwohl es da doch klare Zeichen von mir gab.
Ich als Noch-Nicht-Bíodanza-Erfahrener bin das eigentlich so gewöhnt, dass man sich vorsichtig vor-tastet.... und wenn kein Widerstand zu spüren ist, noch weiter geht..... - aber wenn Widerstand da ist, diesen akzeptiert.... und man es dann bestenfalls ein anderes Mal nochmals probiert.
Aber sie war da etwas aufdringlich, jedoch ließ ich sie nicht näher heran.


Um Abschlusskreis fasst man sich dann nochmals bei der Hand und tanzt im Kreis.
Hier deformiert sich der Kreis dann manchmal auch, so dass man sogar mit den Leuten, die einem im Kreis gegenüber stehen, nahe kommt. Einige Leute, die sich schon länger kannten (oder sich jetzt nahe gekommen waren) gaben sich bei dieser Gelegenheit sogar Küsschen. Da wollte die aufdringliche Frau dann tatsächlich mit mir Küsschen austauschen, was ich jedoch abgeblockte.

In der Pause fragte sie dann ob ich schon länger Bíodanza mache, und als sie erfuhr, dass ich noch Neuling bin, war sie irgendwie zufrieden. (Am Schluss des Abends habe ich übrigens noch mitbekommen, dass sie sich bei jemandem beschwerte, weil keiner aus dem Kurs am Abend noch mit ihnen Essen gehen wollte, wo sie und ihr Mann doch fremd in der Stadt wären. - Ja, liebe Frau, auf soetwas hat man halt keinen Rechtsanspruch!)

Samstag, 29. September 2012

Die Nilpferd-Qualität

Der regelmäßige Biodanza-Kurs (hier ein Link zu Wikipedia), an dem ich eigentlich teilnehmen wollte, kam letzte Woche ja leider nicht zustande. Aus diesem Grund habe ich an diesem Donnerstag die Chance genutzt, an einem offenen Biodanza-Abend unter dem Titel "Der Tanz des Nilpferds" teilzunehmen.

Leider war der Start für mich dann zunächst etwas stressig:
An diesem Abend gab es auf der U-Bahn-Linie eine Störung. Somit brauchte meine U-Bahn für eine Strecke, welche sie sonst in 12 Minuten zurücklegt, so etwas 35 Minuten...... Ich überlegte während der Fahrt, ob ich das ganze nicht abbrechen sollte, da ich mehr als 20 Minuten zu spät kommen würde und die anderen bestimmt schon mitten in Tanzen waren. - Da ich mich jedoch schon auf den Kurs gefreut hatte, entschied ich mich, es trotzdem zu versuchen.

Im Studio angekommen zog ich Schuhe und Jacke aus und ging in den Raum - um zu fragen, ob ich noch mitmachen kann. - Die Anderen saßen jedoch noch auf ihren Decken. Ich wurde willkommen geheißen, entschuldigte mich wegen meiner Verspätung, und erfuhr, dass die Anderen sich bisher nur vorgestellt hatten und es gerade einen kurzen Einführungs-Vortrag über die speziellen Eigenschaften des Nilpferds gab.

In diesem Kurs waren wir wieder nur so wenig Teilnehmer, außer mir gab es nur 4 Frauen und die Kursleiterin. (Bei dem "Tanz des Tigers" waren es anscheinend 17 Teilnehmer gewesen.)
Zwei von den Frauen, fand ich attraktiv, insgesamt waren jedoch alle Teilnehmer recht angenehme Personen.

Wie bei letztenmal sollte man am Anfang dann gleich wieder Anderen im Tanzen oder Bewegen begegnen. Ich nahm mir bewusst Aufmerksamkeit, um zu bemerken, wie ich im Kontakt mit Anderen (besonders wenn dann auch noch Blickkontakt hinzukam) den Kontakt zu mir verlor. Ich konnte mich dann nicht mehr so richtig spüren..... und fand es dann auch schwierig, im gemeinsamen Tanz meine eigene Bewegung zu finden. Mein Eindruck war eher, dass ich nur auf mein Gegenüber reagiere.

Die eine Teilnehmerin fand ich besonders attraktiv, zugewandt, ruhig und angenehm..... und es kamen mir dann die Gedanken, dass ich doch bestimmt sehr unsicher wirken und somit unangenehm auffallen würde.
Nach einem sehr kurzen Augenblicks innerlichen Stresses  
  kam ich dann jedoch innerlich gleich in ein ".... auch das gehört dazu!
Ja, falls ich überhaupt tatsächlich unsicher gewirkt haben sollte, dann gehörte das in diesem Augenblick dazu: Zu mir. Zu der Begegnung. Zu diesem Kurs. Zu dem Gesamten, was wir dort gemeinsam aufgebaut und erlebt haben.

Und auch ein anderes Thema kam dann in mir noch ins Spiel: Auch wenn es in diesen Kursen je eher um geschlechtsneutrale Begegnung geht - für mich wurde dann deutlich, dass ich nun mal ein Mann bin, und sie nun mal eine Frau ist. - Aber auch das Auftauchen dieses Themas gehörte mit dazu....

Nachdem es am Anfang mehrmals eher um Begegnung ging, kam dann ein Teil, in dem jeder nur mit sich selbst und in sich selbst (mit geschlossenen Augen) mit der Nilpferd-Qualität in Kontakt treten sollte.
Dabei konnte ich dann wahnsinnig gut mit mir selbst in Kontakt kommen, so dass sich dies sehr gut für mich anfühlte.

Dann gab es noch eine sehr schöne Begegnung, in welcher wir und alle in der Mitte mit den Händen begegneten. - Und dann war es leider schon zu Ende, und es gab nur noch den Abschieds-Kreis......


Ich fand den Kurs als Ganzes sehr angenehm und habe den Eindruck, dass er mir sehr gut getan hat. - Und ich konnte ihn außerdem auch gut dazu nutzen, mich meinem Kontakt-Thema zuzuwenden und mir das näher anzuschauen.....
Interessant ist für mich auch, wie ich mit diesen Situationen jetzt umgehen konnte. In einem Fall habe ich Beispielsweise damit experimentiert, das End-Bild meiner Familienaufstellung - also meine Eltern (mein Vater) als Stärkung im Rücken - mit in die Begegnung hineinzunehmen.

Im April und Juni dieses Jahres hatten intensive Kontakt-Situationen in Gruppen ja noch ... (man könnte wohl sagen) ... ein Nähe-Trauma in mir reaktiviert! (Siehe Beiträge unter den Schlagworten "Thema 'Kontakt'" und "Unterbrochene Hinbewegung,")
Jetzt in diesem Kurs zum Beispiel konnte ich mit diesem Thema jedoch sehr gut umgehen - obwohl es teilweise ähnliche Situationen waren, nämlich solche, in welchen ich auf jemanden zugehen muss.

Mittwoch, 27. Juni 2012

.... richtige Todesangst

Am Wochenende war ich wieder in der Ausbildungsgruppe im Odenwald.
Ich empfand es wieder als angenehm und tiefgehend.

Das Nähe-Thema war irgendwie unterschwellig vorhanden
und trug dann wohl auch dazu bei, dass ich mich am Freitag nach unserer offiziellen Zeit gleich zurückzog und schlafen ging.


Am Samstag gingen wir dann in 3er-Gruppen.
In einer kleinen Mini-Aufstellung war Gelegenheit, sich etwas anzuschauen, was man ablehnte. Als ich dran war  nahm einfach das Thema "Kontakt".
Eine Teilnehmerin stand nun für mein Thema mit Nähe. Ein Teilnehmer stand für Lebensenergie und Lebensfreude. - Und ich stand für mich selbst stehend zwischen den beiden.

Am Anfang hätte ich dann  zu der Teilnehmerin, welche für die Nähe stand, irgend etwas ablehnendes sagen sollen. Ich wollte sie jedoch garnicht sehen sonder wandte ihr gleich den Rücken zu und blickte auf die "Lebenskraft / Lebenslust".
Ich merkte, dass ich, wenn ich ganz ehrlich war, auch gegenüber der "Lebenskraft / Lebenslust" Unbehagen spürte. - Insgesamt war ich in dieser Übung, insbesondere auch durch die Ablehnung begründet, recht angespannt und starr.

Schließlich drehte ich mich dann etwas um, so dass ich das "Nähe-Thema" sehen konnte - und schaute sie an. Sie reagierte sehr gerührt und hatte schon fast Tränen in den Augen.
Für mich vermischte sich nun etwas, und sie war nun nicht mehr nur das "Nähe-Thema", sondern auch meine Mutter. Dies war dann auch etwas verwirrend für mich.

An dieser Stelle sollten wir nun ja etwas leicht Versöhnliches sagen..... und dann schauen, wie sich danach unser Verhältnis zur "Lebenskraft / Lebenslust" verändern würde.
Ich sagte etwas wie "Ich will dich zwar nicht gerne in meinem Leben haben, aber ich weiß, dass du derzeit zu mir gehörst." - Und ich merkte, dass es gut war, dies gesagt zu haben.
Die Beiden bewegten sich etwas, so dass sie nicht mehr vor und hinter mir standen, sondern wir drei nun die Form eines Dreiecks bildeten.
Vor der "Lebenskraft / Lebenslust" hatte ich weiterhin eine Scheu.


Am Nachmittag sprach ich in der Pause ganz kurz mit Joel.
Ich sprach mit ihm darüber, wodurch diese starke Nähe-Problematik eigentlich genau in mir ausgelöst worden war. Dies war ja in dem Ausbildungsblock davor passiert, in einer Übung, in welcher man sich öffnen und auf Andere zugehen sollte..... 
Obwohl ich nur etwas 3 bis 5 Minuten mit Joel geredet hatte, fühlte ich mich danach und für den Rest des Seminars frei von der Nähe-Angst. Ich konnte ab diesem Zeitpunkt sogar sehr gut auf Andere zugehen.

Erst auf dem Heimweg am Sonntag wurde mir dann klar, wodurch dies wohl bewirkt worden war:
Ich hatte mit Joel nämlich über meine Angst vor Nähe - und insbesondere davor, auch Andere zuzugehen gesprochen.
Er sagte daraufhin etwas, was die Worte ".... richtige Todesangst ..." enthielt.
Ich weiß noch, dass ich daraufhin so etwas wie "Hä!?!" gedacht hatte - dann jedoch in mich hineinspürte..... und dann eine richtig merkte, wie mir Erleichterung durch den ganzen Körper kroch und mich entspannte! (Wir hatten ja in der Gruppe schon öfters darüber gesprochen, wie wichtig es ist, dass 'das-was-da-ist'  gesehen und "bewahrheitet" wird. - Aber dass dies so eine extreme Wirkung haben kann, hätte ich nie gedacht.)

Sonntag, 29. April 2012

Gut angenommen

Nach meiner letzten 'Sitzung' ging es mir dann soweit ganz gut. Ich war nicht mehr so aufgeregt und fühlte mich eigentlich ganz positiv.....

Das dauerte so lange, bis ich dann in unserem Seminarhaus landete. (Der Ausbildungs-Baustein begann am Abend.)
Als wir dann dort zusammenkamen, hatte ich alles vergessen, was ich jemals gewusst habe.... und war total nur noch angespannt und im Stress. - Lauter fremde Leute, die einander gut kannten, die miteinander vertraut waren.... und ich als einziger Fremder mittendrin....


Wir machten dann am ersten Abend eine Körperübung.
Dabei ging es um einem verbalen Angriff, einer Kritik, einer Schuldzuweisung.... allerdings wurde dieser Angriff dann rein mit körperlichen Mitteln ausgedrückt.
Wir sollten uns von diesem 'Angriff' jedoch nicht dazu verleiten lassen, ebenfalls in Stress und  'Trennung' zu gehen, sondern stattdessen mit offenem Herzen und Zuwendung reagieren.
Es war angenehm, zu sehen, dass man auch so reagieren kann.
Und es half mir sehr, bei dieser Übung nun mit einer Teilnehmerin körperlichen Kontakt zu haben.... dies half mir, dann wieder etwas zu landen.....

Am nächsten Tag sprach ich dann meine Angst, nicht dazuzugehören an.
Dies brachte mir dann positive Rückmeldungen...... und überhaupt reagierten die einzelnen Gruppenmitglieder sehr offen mir gegenüber.
Bis zu Abend fühlte ich mich dann wirklich zugehörig... und innerlich gelandet.

Nach und nach konnte ich von den Anderen immer mehr sehen und kennenlernen und nach und nach entwickelte sich im mir wirklich für jeden eine Zuneigung - auch zu den Personen, bei denen ich am Anfang gedacht hatte, "mit dem kann ich nichts anfangen" oder "die reagiert recht schroff, bei der muss ich aufpassen".

Insgesamt empfinde ich diese Gruppe als einen guten Raum, um zu lernen und um meine persönlichen Themen anzugehen.
Diese persönlichen Themen haben mich nämlich am letzten Tag noch ganz schön gebeutelt. (Es ging um das Nähe-Thema, über welches ich unter dem Stichwort "Unterbrochene Hinbewegung" schon mehrfach hier schrieb.)  Allerdings tauchte dies erst ganz am Schluss auf, als dann keine Zeit mehr war, noch darauf einzugehen.

Freitag, 18. November 2011

Systemische Übungen II

In meinen 'Sitzungen' spielt ja immer das "Zustimmung", "Wahrnehmen-was-ist", "sich körperlich weiten", usw. eine wesentliche Rolle spielt.  -  Immer wieder spielen auch Systemische Sichtweisen mit hinein, wie ich sie in Seminaren mit Familienaufstellungen oder durch die KiKG-Arbeit kennenlernte. 

Seit 4 Monaten mache ich ja schon immer wieder Übungen aus dem Buch "Die Heilung: Gesund werden, gesund bleiben" von Bert Hellinger.
Neuerdings kam jetzt noch das Buch "Wie Sie alte Wunden allein heilen und neue Kraft schöpfen: Familienaufstellung ohne Stellvertreter. Ein Selbsthilfebuch mit CD" von Bertold Ulsamer dazu.

In beiden Büchern werden die verschiedensten Themen behandelt, so dass man eine Übersicht bekommt, was überhaupt in Familienaufstellungen auftauchen und bearbeitet werden kann.
Zu jedem dieser Themen gibt es dann Übungen, womit man das Thema ohne Familienstellen, also in Selbsthilfe, bearbeiten kann. (Wobei es natürlich auch sein kann, dass man für bestimmte Themen trotzdem einen Begleiter braucht.)

Das Buch von Ulsamer geht meiner Ansicht nach verständlicher und systematischer auf die verschiedenen Systemischen Probleme und deren Bearbeitung ein. Es erscheint mir auch vollständiger, allerdings fehlt hier das Thema "Unterbrochene Hinbewegung", was ja auch ein Thema von mir ist - und wozu es in "Die Heilung" gleich zwei Übungen gibt.

Das Buch "Die Heilung" dagegen ist mehr darauf zugeschnitten, sich körperliche Krankheiten anzuschauen.... (Krankheiten haben neben den medizinischen Aspekten, die natürlich nur ein Arzt oder Heilpraktiker behandeln kann, oft auch psychische und systemische Aspekte.)
Man kann dieses Buch jedoch auch einfach nur zum Bearbeiten seiner verschiedensten Systemischen Probleme verwenden.

Während man mit "Die Heilung" seine Themen in der innerlichen Vorstellung bearbeitet, gibt es in Ulsamers Buch darüber hinaus auch Anleitungen, wie man seine Probleme mit Figuren, oder sogar richtig im Raum, selbst aufstellen kann. (Ein Drittel der ca. 75 Übungen sind bei Ulsamer übrigens auf der beigefügten CD.) 

Insgesamt baut das Buch von Ulsamer auf das traditionelle Familienstellen (bis einschließlich "Die Bewegungen der Seele") auf.
Hellingers Buch führt dagegen vor allem in "Die Bewegungen des Geistes", also in das "Neue, Geistige Familienstellen" ein.  - Somit wirkt dieses Buch einerseits deutlich abgehobener(!), bringt jedoch andererseits völlig neue Einsichten über die Beschaffenheit der Welt ..... und ist sicherlich eine Fundgrube für jeden, der sich für das "Geistige Familienstellen" interessiert.


Insgesamt kann man sagen: Zwei wirklich gute Bücher mit verschiedenen Schwerpunkten und für verschiedene Vorlieben!
Ich selbst würde fast vorschlagen, zuerst mit "Wie sie alte Wunden allein heilen" zu arbeiten..... um dann Monate später mit "Die Heilung" noch darüber hinauszugehen......

Freitag, 22. Juli 2011

Unterbrochene Hinbewegung

Eigentlich mag ich es nicht so sehr, Theorien zu berücksichtigen, die beschreiben welches Lebensthema / Problem sich durch war auf welche Art und Weise entwickelt hat. Hier denke ich, das was für eine Veränderung notwendig ist, taucht früher oder später sowieso automatisch im eigenen Inneren auf, wenn man sich einem Thema wirklich zuwendet.

Andererseits gibt es ein paar Theorien, die mich so sehr berührt haben, dass ich auch von dieser Warte aus starten und mir meine Themen ansehen möchte...... Wissend, dass ich mir dann vielleicht Sachen einrede.... und zumindest nicht mehr unvoreingenommen an meine Themen herangehen kann.

Eine solche Theorie ist die "Unterbrochene Hinbewegung" wie Bert Hellinger sie beschreibt und wie ich sie in unserer Ausbildungsgruppe bei Joel kennenlernte. Als Joel über dieses Thema sprach, machten einige in unserer Gruppe sehr betroffene Gesichter, eine Teilnehmerin fing zu weinen an, andere (z.B. ich) waren zumindest den Tränen nahe.

Eigentlich erklärt diese Theorie ganz gut, warum einige (viele?) Menschen nicht so einfach Kontakte eingehen können, warum sie nicht gut auf andere zugehen können, warum sie keine befriedigenden dauerhaften Beziehungen eingehen können..... Alles Dinge, die bei mir sehr stark ausgeprägt sind.

Ich versuche das jetzt mal mit eigenen Worten zu beschreiben:
Wenn ein Baby geboren wird.... dann wird es idealerweise gleich wieder der Mutter auf den Bauch gelegt. Dort kann es sich dann innerlich niederlassen.... und wieder bei der Mutter landen.

Ist diese erneute Hinkommen zur Mutter jedoch nicht möglich (zum Beispiel weil die Mutter oder das Kind medizinisch betreut werden muss, oder weil es früher einfach nicht üblich war) dann ist das für das Kind eine sehr traumatische Erfahrung..... die für es (fasst) so etwas wie sterben bedeutet.
Um diesen Schmerz nicht nocheinmal erleben zu müssen, zieht es sich innerlich von der Mutter zurück..... Das einfach-so-hingehen zur Mutter ist blockiert.

Diese Hinbewegung muss nicht unbedingt gleich nach der Geburt unterbrochen werden, oft passiert dies auch erst zu einem späteren Zeitpunkt, zu dem das Kind nicht zu seiner Mutter kommen kann. - Die unterbrochene Hinbewegung kann auch dadurch passieren, dass die Mutter zwar physisch vorhanden, innerlich aber trotzdem nicht greifbar und präsent ist (jeder hat vielleicht schon mal erlebt, dass er jemandem zu Begrüßung die Hand gibt, die Hand des Anderen sich jedoch völlig leer und wie ein toter Fisch anfühlt).

Zusammenfassend kann man jedenfalls sagen, dass die Hinbewegung zur Mutter (oder auch zum Vater) im Kindesalter nicht gelungen ist. Der Schmerz ist so groß, dass das Kind es nie wieder probiert - sich selbst vom Kontakt trennt .... und zurückhält.

Solche Menschen werden auch später als Erwachsene in Beziehungen dieses Muster leben: Je nachdem, wie stark dieses Trauma ist, werden sie vielleicht eine Beziehung eingehen..... auf den Anderen zugehen.... doch wenn's dann wirklich eng wird, dann doch wieder innerlich (oder auch äußerlich) wieder ausbüchsen..... weil dann die unbewusste Verbindung zu diesem Trauma wieder auftaucht.
Sie werden also ausweichen, wieder Distanz schaffen, ..... und dann vielleicht wieder erneut mit der Hinbewegung starten..... sie dann aber wieder "rechtzeitig" (bevor es gefährlich wird) abbrechen.....

Laut Hellinger stecken solche Menschen allgemein eher fest.... und gehen eher "von etwas weg" als "auf etwas zu"..... was sich nicht nur auf den Erfolg in der Liebe, sondern sogar sehr stark auf den Erfolg im Leben und im Beruf, auswirkt.


Doch wie kann das Ganze nun geheilt werden:
Joel, der Seminarleiter in der besagten Ausbildungsgruppe arbeitete nach seiner theoretischen Einführung mit der Frau, die bei diesem Thema zu weinen angefangen hatte. - Dabei kam sie innerlich wieder in ihre Kindheit zurück.... und durchlebte all die Gefühle nochmals: Vom sich verkriechen wollen, zum "Nein, nie wieder".... und so einem Gefühl fast zu sterben..... bis über viele Stufen hinweg schließlich irgendwann zu einem "Bitte Mama"... und ein Hinbewegen zu dem Stellvertreter der Mutter (in diesem Fall also zu Joel).

Auf den Internetseiten von Bert Hellinger, und vor allem in dem in meinen Beitrag Systemische Übungen vorgestellten Buch werden auch Übungen beschrieben, wie man das Ganze für sich alleine Schritt für Schritt wieder durchleben und heilen kann - wobei eine persönliche Begleitung sicherlich der einfachere Weg wäre.....

Für mich ist die "Unterbrochene Hinbewegung" auch ein Thema, an welches ich mich bisher noch nicht wirklich herandgewagt habe.